Bereits im Babyalter kommen Patientenkinder zu uns, die schon sehr reizoffen sind. Wenn wir uns unsere Alltags-Welt anschauen, wird deutlich: es ist immer was los. Draußen fährt ein Auto nach dem anderen vor unserem Fenster entlang, im Hintergrund hört man den Nachbarn staubsaugen, Musik läuft im Hintergrund, unser Handy meldet den Eingang der x-ten Nachricht aus der Whatsapp-Gruppe. Und das sind nur die Hintergrundgeräusche.

Es ist ganz wichtig, diese kleinen Menschenkinder Reizen gezielt auszusetzen. Nur dürfen wir nicht außer Acht lassen, dass Babygehirne nun mal anders arbeiten als die unseren. Wir können aussortieren. Wir können filtern. Wir können ausblenden. Und wenn neben den ganzen oben genannten Hintergrundgeräuschen hier noch ein blinkendes Tutut-Auto liegt, dort ein quietschbuntes Rasselspielzeug, an dem man nicht nur rasseln, sondern auch hier was drücken, dort was schieben und dann auch noch knistern kann, dann ist es meist zu viel des Guten.
Ein Baby kann diese ganzen einprasselnden Reize nur bedingt filtern – und zwar nicht, weil es eine neurologische Auffälligkeit hat, keineswegs, sondern nur, weil es eben noch ein Baby ist.
Sie ahnen schon, auf was ich hinaus will: Weniger ist mehr! Es ist wichtig, dass die kleinen Menschenkinder Zeit und Möglichkeit bekommen, sich alles in Ruhe und in aller Gründlichkeit anzuschauen, anzufühlen und ja, auch anzunuckeln.

